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AMYGA: Trouble Notes – Grand Masquerade (4-Track-EP)

Trouble Notes – Grand Masquerade (4-Track-EP)

Musik hat viele Gesichter, ist ein unendlich weites Feld und offen für fast alles und all dies hat seine Wurzeln in klassischen Mustern, in den Sounds der Plätze und Räume, die der Mensch musikalisch wandelnd belebt. Es sind die feierlich erleuchteten Konzertsäle des alten Europa, die Hinterhöfe des maurischen Spaniens, die Dorfmitte eines untergegangenen Schtetls aber auch eine beliebige Straßenszenerie in der Neuen Welt, sei es ein Tango-Lokal in Buenos Aires oder ein belebter Straßenzug im Schmelztiegel New York, also genau so ein Ort, von wo sich dieser Phönix der Klassik nachweislich erhoben hat.

Trouble Notes – Grand Masquerade (4-Track-EP)

Der intellektuell saturierte Babyboomer wird mir widersprechen, das Klassik tot ist wie Stein, aber die Y2K-Youtube-Instagram-Twitter-Generation konsumiert schnellen und kurzlebigen Stoff und ist leider ziemlich satt und unberechenbar. Doch seit den frühen 2000ern gilt einmal mehr ex oriente lux und so hauchen die freakigen, lebensbejahenden danceable-n Styles aus dem Osten – Klezmer und das verliebte Klagen der tradierten, aber noch sehr lebendigen Lieder der Sephardim, Gypsy-und Turbo-Folk vom Balkan aber auch arabische und sogar Stoner- und Desert-Rock-Elemente dieser Mucke reichlich und spannend Leben ein und dürfte unterschiedlichsten Hörgenießern gefallen.

Band-Gründer BENNET CERVEN hat auf seinem Weg von New York über London mit Perkussionist OLIVER MAGUIRE im Netz und jetzt Berlin-based zum Trio gereift mit Gitarrist FLORIAN EISENSCHMIDT an Bord nicht nur scheinbar erfolgreich Menschenfischerei betrieben, sondern neben der Auffrischung des analogen klassischen Sounds der alten Plätze (→ stare mesto) mit dem Ethno-Touch auch noch viel Wissen um Motive, Spielfreude und den richtigen unverkrampften klassischen Akzent verwoben.

Mir gefallen bei dieser Fusion einerseits der Spannungsaufbau der Lieder, in denen sich Reprisen und Tempi-Wechsel immer weiter steigern und mit hymnischen Alternative-Zitaten (Coldplay-Kings Of Leon-Razorlight-Muse vielleicht sogar U2 wie damals mit „Gloria“) enden, andererseits aber achtsam Zurückhaltung waltet und so das klassische Lied-Motiv und das Instrumentarium durch die modernen Zutaten (Snaredrum und Sequencer kommen knackig, aber weich) nicht über Gebühr dominiert wird.

Die EP bietet mit ihren 4 Tracks einen schönen Querschnitt, Titeltrack GRAND MASQUERADE und Abschluss BODDAH vereinen alles in dem beschriebenen reichen Spannungsspiel, was TROUBLE NOTES besonders interessant macht, die anderen Tracks liefern darüber hinaus noch weitere Details für unterschiedliche Gemütslagen, STARE MESTO – ruhig, ein in Erinnerung schwelgendes Instrumental und das von der Violine dominierte aber trotzdem heitere, bisweilen club-tune-jazzige und temporeiche CATALONIA CALLING.

Tourdaten:
01.03. – BERLIN – Lido
05.03. – HAMBURG – Pooca Bar
08.03. – ROSTOCK – Café Käthe
09.03. – KIEL – Phollkomplex
10.03. – LÜBECK – Rider´s Café
15.03. – KÖLN – Arttheater

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Über den Autor

Stefan Gottschalk
Stefan Gottschalk
Als Finanzierungs- und Leasingspezialist sind Weiterentwicklungen für mich immer eine interessante Sache. Stillstand bedeutet Rückschritt. Nach diesem Motto lebe ich und habe mit dieser Maxime bereits einiges in meinem Leben erreicht. Technischer Fortschritt, die wirtschaftliche Entwicklung und der schnelle Motorsport stehen im Mittelpunkt meiner Interessen. Aus Begeisterung für Neues aus Wirtschaft, Technik und Maschinen!

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